Über Beate Friedrich-Lautenbach

Seit 2005 begleite ich meine Kunden dabei, ihre Biographieprojekte zu realisieren und bei Bedarf als gebundenes Buch drucken zu lassen. Das geschieht, indem ich die Texte meiner Kunden lektoriere oder die gesamte Entwicklung des Schreibprozesses begleite. Als besonders effizient und bereichernd empfinde ich die Arbeit, wo ich auf Basis von Gesprächsaufzeichnungen aus ihrer Sicht das Manuskrpt verfasse. 2016 habe ich mich mit zwei Beiträgen an der Veröffentlichung des Buches "Wege zur Biografie" beteiligt. Mein Motto: Ihr Leben in Worten, Ihre Gedanken im Text mit Text & Leben.

Als aus meinem Urururgroßvater ein Bürger wurde

Zum Jahresende ein kleiner Gedanke, der mir immer mal wieder durch den Kopf geht: Vor vielen Jahren las ich im Sterberegister über einen meiner Urururgroßväter, der 1773 geboren war und 1818 starb, den Eintrag „Bürger und Feldmaurer“. Es irritierte mich, weil ich noch nie gelesen hatte, dass irgendjemand im Sterberegister Bürger genannt wurde. Jahre später wurde mir klar, was das aller Wahrscheinlichkeit zu bedeuten hatte. Zu Lebzeiten dieses Mannes war die Leibeigenschaft abgeschafft worden. Vermutlich war er als Leibeigener aufgewachsen und als Bürger gestorben. Was für ein gewaltiger Umbruch mag das damals im Leben der Menschen bedeutet haben. Es gibt genügend Zeitzeugnisse, die nahelegen, dass die Leibeigenen froh gewesen sein sollten, diesen neuen Status zu erhalten. Ich habe aber auch einmal von jemandem gelesen, der mit der neuen Freiheit und der damit einhergehenden Notwendigkeit, eigenständig Entscheidungen zu treffen, (auf die ihn nie jemand vorbereitet hatte,) nicht gut zurecht kam. Im optimalen Fall hatte der alte Status auch eine Form von Sicherheit geboten.
Seit mir dieser Wechsel vom Leibeigenen zum Bürger innerhalb eines Lebens bewusst wurde, denke ich anders darüber nach, was „Bürger-sein“ eigentlich bedeutet. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurden mit dem Begriff ja durchaus unterschiedliche Vorstellungen verknüpft, begehrliche zum Beispiel, wenn jemand bestrebt war, den Sprung ins Bildungsbürgertum zu schaffen. Aber auch gegenteilige, wenn jemand naserümpfend als bürgerlich, kleinbürgerlich oder umgekehrt als großbürgerlich bezeichnet wurde oder wird. Im Grunde muss man doch zum Ursprung zurückgehen, um sich zu vergegenwärtigen, dass Bürger zu sein bedeutet, Rechte zu haben und mitreden zu dürfen – von den Pflichten mal ganz abgesehen. Die Frage ist wohl, was man draus macht …
Da Biografien viel mit Vergangenheit, Gesellschaft und sozialen Bedingungen zu tun haben, ist das vielleicht ein Gedanke, der auch euch / Sie faszinieren könnte.
Beate Friedrich-Lautenbach
http://www.textundleben.de

Keine Biografie – aber ein Buch, in dem es ums Leben geht

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Obwohl es sich nicht um eine Biografie handelt, möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf die Neuerscheinung eines Buches aufmerksam zu machen, das einer meiner Kunden vor wenigen Wochen (in Zusammenarbeit mit Text & Leben) bei tredition veröffentlicht hat.

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Die Macht unterbewusster Zweifel

Es war hier mehrfach die Rede von Kosten, die eine private Biografie verursacht. Die Beispielrechnungen kann ich voll bejahen, die Realität sähe oft noch wesentlich teurer aus, wenn man den gesamten Aufwand in Cent und Euro ummünzen würde. Ich möchte hier noch einen anderen Gedanken in den Vordergrund stellen: das Bewusstsein des Kunden bzw. des Interessenten als möglichen Entscheidungsfaktor pro oder kontra Biografieprojekt. Weiterlesen

2. Self-Publishing-Day am 25. April in Münster – ein Stimmungsbild

Um es vorweg zu sagen: Ich bin zwar viel im Internet unterwegs, lese aber (bis jetzt) nur Printbücher, und bin (bis jetzt) aus Überzeugung  in keinem sozialen Netzwerk. Mein Handy nutze ich trotz Internetfähigkeit nur zum Telefonieren und SMS verschicken. Ein Grund dafür ist das Thema Datenschutz. Mir braucht noch niemand beizubringen, wie man täglich eine stille Stunde einlegt und eine Pause ohne WhatsApp übersteht, um entspannt zu bleiben. Trotzdem wollte ich wissen, wie der E-Book-Markt funktioniert und Informationen über selbst publizierte Bücher im Digitaldruck aus erster Hand bekommen.

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Self Publishing Day am 25. April 2015 in Münster

Die Verlagsbranche befindet sich in einem starken Veränderungsprozess. Immer mehr Menschen wollen ihre Buchideen selbst verwirklichen. Wir Biografen haben bis zu einem gewissen Grad damit ja auch zu tun. Viele von uns gehen außerdem noch anderen Tätigkeiten nach, z. B. als Verlagsdienstleister oder/und veröffentlichen selbst Bücher. In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine ganztätige Veranstaltung am 25. April aufmerksam machen. Da findet in Münster im Hotel Mercure der 2. Self Publishing Day statt. Ich könnte mir vorstellen, dass man dort u. a. viel über erfolgreiches Internetmarketing erfahren kann.
Infos und Anmeldung unter www.self-publishing-day.de

Louise Aston, “die Emanzipierte” im Deutschland des 19. Jahrhunderts

„Ich rauche Zigarren und glaube nicht an Gott. Hommage an Louise Aston“ ist eine Entdeckung, die ich einem intuitiven Griff ins Biografien-Regal meiner Stammbuchhandlung verdanke. Barbara Sichtermann befasst sich auf ca. 140 Seiten mit dem Leben von Louise Aston. Anders als Vor- und Nachname vermuten lassen, war sie Deutsche. Die 1814 geborene Pastorentochter nahm die Emanzipationsgeschichte der Frauen in visionärer und radikaler Weise geistig und praktisch vorweg. „Freiem Leben, freiem Lieben / Bin ich immer treu geblieben“ wird sie gleich zu Beginn zitiert. Louise Aston muss zu ihrer Zeit  so bekannt gewesen sein, dass sie in Männerkleidung und Zigarre rauchend 1853 sogar in Öl portraitiert wurde.

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