Willkommen im Blog des Biographiezentrums!

Ergänzend zu unserer Website www.biographiezentrum.de, auf der sowohl alle Mitglieder als auch alle biographischen Angebote und Seminare aufgeführt sind, finden Sie hier aktuelle Beiträge zum weiten Themenbereich des biographischen Arbeitens und Publizierens. Wir laden Sie herzlich ein, sich in Form von Kommentaren und eigenen Beiträgen am Wachstum dieses Forums zu beteiligen.

Erste Impressionen über unsere Arbeit und unsere Mitglieder erhalten Sie auch in den folgenden Filmen:

Film über das Biographiezentrum – Vereinigung deutschsprachiger Biographinnen und Biographen

Mitglieder des Biographiezentrums sprechen über ihre Arbeit

Altmodisch-schön

Es gibt einige schöne Gewohnheiten und Gesten, die in Vergessenheit geraten sind. An eine solche erinnerte mich mein Schreibkursteilnehmer – selbst schon Ende 80.
Mittlerweile treffen wir uns abseits des ehemaligen Veranstalters VHS abwechselnd im privaten Umfeld. Zwar steht das Schreiben neuer biografischer Lebenskapitel bei den neun Mitgliedern weiterhin im Mittelpunkt, darüber hinaus ist nach den über vier Jahren ein Freundeskreis entstanden. So bleibt es nicht aus, das neben dem Lesen und besprechen des Geschriebenen ein leckerer Imbiss mit dem ein oder anderen Glas Wein kredenzt wird.
Als Kursleiterin biete auch ich mein Zuhause in regelmäßigem Turnus für die Gruppenarbeit an. Und nun zu der Geste, an die ich durch einen 87-jährigen Teilnehmer erinnert werde: Am übernächsten Tag finde ich dann Post in meinem Briefkasten. Zuverlässig, jedes Mal. Einen Brief, Büttenpapier, mit Füllfederhalter verfasst. In dem Sinne, dass es doch wieder so ein wunderschöner Leseabend war, das Ambiente und die Gastfreundschaft beeindruckend, die Häppchen lecker und der Wein vorzüglich. Ich freue mich und schaue mir den Brief einige Male an. Und erinnere mich an die Anrufe, die meine Eltern damals – zu meiner Kinderzeit – von einigen Verwandten und Freunden bekamen, am Tag nach einem gemeinsamen gelungenen abendlichen Essen oder einer Feier im elterlichen Haus. Das erfreut, zeigt Wertschätzung und vertreibt zweifelnde Gedanken wie: „Hat es wohl den Gästen auch gefallen? Haben sie die Mühe bemerkt? War die Atmosphäre schön?“

Warum sollten wir eine Geste wie diese nicht wieder aufleben lassen? Ich für meinen Teil werde diese Tradition wiederbeleben – und habe erneut etwas von einem der betagten „Schreib-Schüler“ gelernt. Ein kleines Signal im Nachhinein erfreut das Herz und kostet nicht viel. Als Anruf, whatsapp-Nachricht – und manchmal auch ganz altmodisch-schön als Brief.

Biographie und Therapie – Konkurrenz oder Kollegen?

Kollegialer Austausch der Biograph/innen während der Fachtagung und anschließenden Lesung in der Mohrvilla München/Freimann, ©Dr. Ralf Willms

Vom 19. – 21. Januar 2018 trafen sich Biographen und Biographinnen des Biographiezentrums (ganz schön viel Biographie – es ist aber auch ein schönes Wort) in der Mohrvilla in München/Freimann zu einer kollegialen Fachtagung, die mit einer wunderbar gelungenen Soiree und Matinee im Gewölbesaal ihren krönenden Abschluss fand. Bevor ich mich dem Thema der Überschrift widme, ist es mir eine Herzensangelegenheit zu betonen, dass es sich lohnt, einer solchen Lesung beizuwohnen. Ob als lesende/r Biograph/in, als dessen Auftraggeber oder als Hörer. Das Potpourri aus Privatbiographien, die unterschiedlichen Lesarten und die Stimmung des Publikums ergaben einen wunderbaren Resonanzkörper, der in den anschließenden Gesprächen einen inspirierenden Nachhall fand. Da die Lesung professionell vertont wurde, steht in Kürze ein Band zur Verfügung, um alle Beiträge nachzuhören. Nochmal: Es lohnt sich! Reinkommen! Reinhören!

An dieser Stelle ein großer Dank an alle Mitglieder, die das Event – und kommende – geistig und finanziell mittragen und natürlich an Dr. Andreas Mäckler und Andrea Richter, die es organisiert und ausgerichtet haben.

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Irgendwo gibt es sie, die Worte eines Menschen, die in ihm leben

„Ich bin 1936 geboren. Von klein auf musste ich meine sechs jüngeren Geschwister betreuen, denn die Mutter war krank. Abends hatte ich den gesamten Haushalt zu erledigen, abzuwaschen natürlich von Hand, dann alle Schuhe zu putzen und in einer langen Reihe aufzustellen; ab etwa 22 Uhr war ich mit allem fertig, dann durfte ich Hausaufgaben machen.

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Umzug – mit der Vergangenheit aufräumen

Ich bin vor kurzem umgezogen. Neben einer sympathischen Wohnung, die mir zwei Jahre lang als „Friedenshort“ gedient hat, habe ich diesmal auch ein ganzes Leben hinter mir gelassen: eine Ehe, ein belastendes „Wechselmodell“ und sogar einen Sohn. Mehr als die anderen fünf Umzüge der vergangenen 15 Jahre bedeutet dieser also einen biografischen Wendepunkt.

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Hallelujah!

Wie aus einer Partyplanung ein autobiographisches Projekt wurde

Da musste ich 48 Jahre alt werden, um einem veritablen Selbstmissverständnis auf die Spur zu kommen. Bis vor Kurzem behauptete ich voller Überzeugung, ich tanze nicht gern. Doch das stimmt gar nicht. Ich tanze sogar sehr gern, aber nur zu Musik, die ich richtig gut finde. Die gemeine Party außer Haus bietet das leider meistens nicht. Sicher, man kann den Party-DJ fragen, ob er das eine Herzenslied spielt, dann warten, ob er sich erbarmen wird, nur um gegebenenfalls beim ersten Akkord wie ein dressierter Hund alles stehen und liegen zu lassen und auf die Tanzfläche zu stürmen für drei Minuten kleines Glück. Das kommt mir ziemlich jugendlich vor, und ich bin nun einmal inzwischen sehr erwachsen.

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Lebensgeschichte einmal anders – ein modernes (wahres) Märchen

Es war einmal eine Lektorin und Biografin, die eines Tages unverhofft die Lektoratsanfrage eines jungen Mannes erhielt, der in vier Jahren Nachtarbeit im Geheimen einen 550 Seiten langen Roman geschrieben hatte. Und es zeigte sich, dass der junge Mann es eilig hatte, denn sein Roman musste unbedingt bis zum Tag X als Buch vorliegen – und dieser Tag war nicht mehr allzu fern.

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Noch Fragen? Was Sie schon immer über Privatbiografien wissen wollten

Backenzahn in Seenot, Flucht aus Ostpreußen, Burnout und Wiedererstarken – das waren Themen der biografischen Matinee am Sonntag im Literaturhaus Berlin.

Mitglieder des Biographiezentrums lasen aus den Biografien ihrer Kunden und zeigten, wie breit das Spektrum erzählten Lebens ist: Es gab spannende, betrübliche, nachdenkliche und heitere Texte.

von links nach rechts: Die BiografInnen Katja Sengelmann, Sabine Tietjen und Dr. Andreas Mäckler

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Keine Biografie – aber ein Buch, in dem es ums Leben geht

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Obwohl es sich nicht um eine Biografie handelt, möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf die Neuerscheinung eines Buches aufmerksam zu machen, das einer meiner Kunden vor wenigen Wochen (in Zusammenarbeit mit Text & Leben) bei tredition veröffentlicht hat.

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