Willkommen im Blog des Biographiezentrums!

Ergänzend zu unserer Website www.biographiezentrum.de, auf der sowohl alle Mitglieder als auch alle biographischen Angebote und Seminare aufgeführt sind, finden Sie hier aktuelle Beiträge zum weiten Themenbereich des biographischen Arbeitens und Publizierens. Wir laden Sie herzlich ein, sich in Form von Kommentaren und eigenen Beiträgen am Wachstum dieses Forums zu beteiligen.

Erste Impressionen über unsere Arbeit und unsere Mitglieder erhalten Sie auch in den folgenden Filmen:

Film über das Biographiezentrum – Vereinigung deutschsprachiger Biographinnen und Biographen

Mitglieder des Biographiezentrums sprechen über ihre Arbeit

Eine neue Erfahrung

Eine neue Erfahrung

Jetzt ist es passiert: ich habe erstmals einen Kunden, der jünger ist als ich. Gut, ich habe mich daran gewöhnt, dass seit geraumer Zeit in meinem Brot-und-Butter-Job als Technischer Redakteur meine Chefs jünger sind als ich und noch in den Kindergarten gingen, als beispielsweise auf der Bonner Hofgartenwiese die große Friedensdemonstration stattfand. Aber in unserem Metier des Lebensgeschichtenaufschreibens hatte ich bisher immer mit hochbetagten Herrschaften zu tun, die gelegentlich nach Ende des Projekts das Zeitliche segneten – oder in einem Fall auch davor.

Und jetzt ist also der Kunde jünger als ich. Zwar nur ein halbes Jahr, aber immerhin. Wir haben den selben Geburtsjahrgang, sind in ähnlichem, kleinbürgerlichem Milieu aufgewachsen und haben in unserer Kindheit die selben Entwicklungsphasen der westdeutschen Bundesrepublik mitgemacht. Wir begeisterten uns für die gleichen schnellen Autos und liebten die selben Helden aus der Comic-Welt (Fix und Foxi), dem Kino (Winnetou I-II-III…) und der Popmusik (Stones, Beach Boys …). Was meinen Gesprächspartner und Kunden fundamental von mir unterscheidet ist ein enormer beruflicher Ehrgeiz und ein unglaubliches Vorwärtsstreben, einhergehend mit einem geschäftlichen Erfolg, der dazu angetan ist, einen schwindelig zu machen. Der Mann leitet ein Anzahl von Firmen, die aus einer kleinen Keimzelle entstanden sind. Ein Macher, dem nie etwas genug ist und der immer wieder nach vorne strebt. Den sein Auto nach einem halben Jahr langweilt und der dann ein anderes braucht. Der das Bedürfnis hat, etwas „zu tun“ und sich deshalb nebenher als Kunst-Mäzen betätigt. Und der wohl nicht auf die Idee gekommen wäre, sein Leben aufzuschreiben – das war die Idee seiner Kinder zu einen runden Geburtstag. Erfreulicherweise war er bereit dazu und hat sich Zeit für Interviewtermine mit mir genommen. Für genau zwei, muss ich dazu sagen, die jeweils drei Stunden dauerten. Ganz auf Effizienz getrimmt hatte er sich genau überlegt, was er erzählen wollte und mir das inklusive vorstrukturierter Kapitel aufs Aufnahmegerät gesprochen. Und dabei nicht versäumt, klarzustellen, dass er sich erst auf der Hälfte seines beruflichen Werdegangs sieht und wir uns an seinem 100. Geburtstag dann im Kreise von 40 Urenkelkindern den Rest vornehmen könnten.

Was sich jetzt liest wie ein unerfreuliches Projekt mit einem dominanten, realitätsfernen Gegenüber, erwies sich als das völlige Gegenteil. Mit ruhiger Stimme ließ er sein Leben Revue passieren, sparte nicht an selbstkritischer Reflexion und verschwieg auch persönliche Fehler, Rückschläge und tragische persönliche Verluste nicht. Durch sein gut sortiertes Erzählen blieb mir auch viel Arbeit erspart, die ich sonst mit dem Aufräumen von Gesprächssplittern verbringen muss. Alles in allem wird es auch kein dickes Buch, dafür reichen zwei Interviewtermine nicht aus, und beim Korrekturlesen hat er noch etliche Passagen gestrichen, um Menschen, die er liebt nicht auf den Schlips zu treten. Und so ist es am Ende geworden wie er es will: kurz und knapp – und ehrlich.

Mir bleibt von diesem Projekt wieder einmal die Erkenntnis, dass man sich vor vorschnellen Urteilen hüten sollte und jeder Mensch einen zweiten Blick wert ist. Denn mir ging es wie wohl vielen, die den Anfang dieses Beitrags gelesen haben. Was für ein unmöglicher Kerl, dachte ich! Um dann festzustellen, dass ich ihn voreilig in eine Schublade gepackt hatte. Und im Nachhinein zu merken, dass die Kinder, die ihm das Biografieprojekt geschenkt haben, das voller Zuneigung getan haben in dem Wissen, dass „der Alte“ darauf nie gekommen wäre.

Biografien im Self-Publishing – Wie ein Buch das Licht der Welt erblickt

Sie schreiben Ihre Biografie oder Ihre biografischen Erinnerungen? Sehr gut.
Mit Unterstützung eines/einer erfahrenen Biografin? Ausgezeichnet!

narrative-794978_1280Sie möchten Ihre Geschichte als Einzelexemplar oder in kleiner Auflage im Copyshop vervielfältigen oder in einer Druckerei perfekt drucken und binden lassen – auf dass Ihre Lebensgeschichte im familiären/privaten Umfeld verteilt und weitergereicht wird und so der Nachwelt erhalten bleibt?
Dann haben Sie das Wichtigste erreicht: Sie werden nie vergessen werden. Zumindest nicht im Kreis von Freunden und Verwandten.

Vielleicht aber hoffen Sie (warum auch nicht!), dass Ihre einzigartige Lebensgeschichte auch fremde Menschen bereichern, faszinieren, erheitern oder stärken könnte … Weiterlesen

Die Macht unterbewusster Zweifel

Es war hier mehrfach die Rede von Kosten, die eine private Biografie verursacht. Die Beispielrechnungen kann ich voll bejahen, die Realität sähe oft noch wesentlich teurer aus, wenn man den gesamten Aufwand in Cent und Euro ummünzen würde. Ich möchte hier noch einen anderen Gedanken in den Vordergrund stellen: das Bewusstsein des Kunden bzw. des Interessenten als möglichen Entscheidungsfaktor pro oder kontra Biografieprojekt. Weiterlesen

Buchmesse Frankfurt: Unsere Kollegin Grit Kramert über Privatbiografien

Erfahrene Autorin, Gewinnerin des Biografiepreises 2015, Mitherausgeberin des Handbuchs für Biografen – kein Wunder, dass Grit befragt wurde, als der Radiosender SWRinfo sich mit dem Thema Biografie befasste. Die Redaktion griff auf, dass die Biografie als Genre auf der Buchmesse ihren ganz eigenen Platz einnimmt. Vermehrt befassen sich nicht nur Promis sondern auch „Normalsterbliche“ mit ihrer eigenen Geschichte.

SWR info Moderator Stefan Eich wollte am 19. Oktober von Grit wissen, wie es ist mit dem Schreiben einer Privatbiografie: Wie lange dauert es, was kostet es, wie strukturiert man eine Biografie? Grits Antworten auf all diese Fragen gibt es hier im Interview zu hören Warum viele ihr Leben aufschreiben und hier zu lesen: Probleme verstaut zwischen Buchdeckeln

Die Frankfurter Buchmesse läuft noch bis zum Sonntag, den 23. Oktober 2016.

Frankfurter Buchmesse Logo

 

Was kostet eine Biografie?

Kosten für eine Biografie

 „Was kostet eine Biografie?“ Danach googelte ich kürzlich – und war überrascht über die Bandbreite der Treffer. So las ich von Angeboten unter 1.000 Euro und frage mich, wie das vonstatten gehen soll. Doch dazu später.

Häufiger sah ich Angebote ab 3.000 Euro, für 5.000 bis 6.000 Euro gibt es Festpreisangebote einiger Verlage für standardisierte Biografien. Aber kann man Lebensgeschichten standardisieren? Weiterlesen

Wege zum Handbuch für Biografien

Die Herausgeberinnen Grit Kramert und Michaela Frölich. Hinten Dr. Andreas Mäckler

Die Herausgeberinnen Grit Kramert und Michaela Frölich. Hinten Dr. Andreas Mäckler

Ein Gespräch zwischen den Biografinnen Grit Kramert und Katja Sengelmann anlässlich der Präsentation des Buches „Wege zur Biografie – Biografien schreiben und schreiben lassen“ am 10. Juni 2016 in Frankfurt, Diakonissenhaus.

 

Katja

Grit, vor einer Woche hast Du mit Michaela Frölich zusammen das von Euch beiden herausgegebene Handbuch „Wege zur Biografie – Biografien schreiben und schreiben lassen“ vorgestellt. Kannst Du kurz und bündig sagen, was das für ein Buch ist?

Grit

In dem Buch haben wir Beiträge der Mitglieder des Biografiezentrums und einiger Gastautoren rund um das Thema Biografie versammelt. Es gibt Texte zum Nutzen des biografischen Schreibens, über die Geschichte und das Wesen der Biografie, aber auch zum Marketing und zu den Chancen und Risiken für Biografinnen und Biografen. Im Handbuch wollten wir auch abbilden, wie breit unser Arbeitsspektrum ist – dazu sind 19 Texte erschienen, zwei davon ja auch von Dir: Lebensskizzen und Digital Storytelling. Weiterlesen

Alles neu macht der Mai

4 Jahre 4 Monate und 4 Tage Biographiegespräch haben wir zum Anlass genommen, unseren Blog so richtig aufzufrischen.

IMG_5406Hier finden sich übersichtlich und serviceorientiert Beiträge rund um das Thema Biographie:

  • Monatliche Worksheets
  • Regelmäßige Literaturhinweise
  • Schreibtipps und
  • Gastbeiträge.

Hier geht´s los!

Viel Spaß!

 

Grit Kramert und Katja Sengelmann vom Biographiegespräch

Biographie und Architektur

Haus am See, Plattenbau, Altbauwohnung, Hochhaus, Bauernhof. Es gibt so viele unterschiedliche Möglichkeiten zu wohnen. Was macht dies mit den Bewohnern?

Ich bin weder Architektin noch habe ich mich groß mit Soziologie beschäftigt. Ich kann nur sagen: Ich fühle mich wohl in der Siedlung, in der ich wohne, in Berlin in der Waldsiedlung Zehlendorf von Bruno Taut. Und ich kann fragen: Geht es den anderen Bewohnern auch so? Und wenn ja warum? Inwiefern unterscheidet sich unsere Siedlung von anderen?

Vier meiner Nachbarn erzählten mir von ihrem Leben in unserer Umgebung. Vier ganz unterschiedliche biographische Texte sind dabei entstanden.

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